Verarbeitungszeit
Die Gebrauchsdauer (Tropfzeit, Verarbeitungszeit) der Mischung ist abhängig von der Ansatzgröße. ( je größer desto schneller.) und von der Temperatur. Größere Mengen verkürzen auf Grund exothermischer Reaktion (Reaktionswärme) die offene Zeit. Sie sollten in flache Schalen gefüllt werden, um einen Wärmestau zu verhindern. Notfalls kann man die Mischung in eine mit Eisstücken gefüllte Schale stellen. Eine zügige Verarbeitung ist erforderlich.
Die Laminierschicht
Als Laminierschicht bezeichnet man die mit Glasfasern verstärkte Schicht. Die Glasfasern sollten erst in kleine Stücke gerissen/geschnitten werden (je nach größe vom werkstück 30x30mm bis zu 200x200mm). Die Durchtränkung der Glasfaser erfolgt, indem man zunächst Polyesterharz mit Pinsel oder Fellrolle auf die Oberfläche der Form aufträgt, dann die zugeschnittenen(gerissenen) Glasfaserstücke auflegt (überlappen lassen) und so lange andrückt(mit Pinsel tupfen), bis das Harz von unten durchsickert (das Glasfaserstück wird glasig durchsichtig). Die dann noch vorhandenen Lufteinschlüsse werden mittels Gummiroller durch mehrmaliges Hin- und Herrollen entfernt. Zur Erzielung widerstandsfähiger Außenschichten beginnt man das Laminieren am besten mit einer 225 g-Matte und lasst diese gelieren, ehe man weitere Lagen aufträgt. Es können auch mehrere Glasfaserlagen nacheinander „nass in nass“ aufgebracht werden, wobei immer wieder zusätzlich Harz aufgestrichen werden muss. Im Vielschichtaufbau ergibt sich jedoch bei der Härtung eine so hohe Wärmeentwicklung, dass es zu Spannungsrissen oder Verwerfungen kommen kann. Der richtige Harzsättigungsgrad ist erreicht, wenn keine weißlich trockenen Fasern mehr sichtbar sind und auch keine „Harzpfützen“ übrig bleiben. (die Glasfasermatten sollten an den Ecken der Form hinausstehen um eine 100% Abdeckung zu gewährleisten, keine Sorgen Glasfasern lassen sich super schleifen, sägen, schneiden)
Wenn keine Scharfen Kanten zu vermeiden waren beim Herstellen der Form:
Ecken ausrunden und verstärken
Die Glasfasermatten haben eine gewisse Rückstellkraft und lassen sich daher nicht in scharfe Ecken legen. Durch die eigene Rückstellkraft hebt sich das Gewebe wieder vom Untergrund ab, wodurch sich dann Luftblasen bilden. Deshalb ist es wichtig, die Ecken so mit Füllmaterial aufzufüllen, dass der Radius möglichst klein wird. Als Füllmaterial eignet sich ein Brei aus Epoxydharz mit Baumwollflocken, Glasfaserschnitzel oder beides.
Die Aushärtung
Die meisten Harze werden kalt gehärtet. (bei Raumtemperaturen ca.22°C) Die Formstoffe erreichen bereits nach 20 Stunden eine gute Festigkeit, härten aber noch einige Tage nach und gewinnen dabei an Festigkeit und Wärmeformbeständigkeit.
Herausnehmen aus der Form
Das Variiert stark je nach dem aus was für ein Material die Form ist. Bei Gips oder Ton sollte man die Form einfach Zerschlagen. Bei Holz Vorsichtig versuchen das gefertigte Objekt an den Seiten zu packen und herauszuziehen und zusätzlich eventuell mit einen Hammer auf die Form schlagen. Bei Aluminium oder Metall das ganze Teil in den Ofen schieben und die Längenausdehnung ausnutzen (Glasfasern und Harz sind bis ca. 400°C beständig gegen Hitze).
Deckschicht (Optional)
Die Deckschicht ist ein UV- stabilisiertes thixotropes (eingedicktes) Feinschichtharz auf Epoxydharzbasis. Es erzeugt eine glatte Oberfläche die ohne spachteln lackiert werden kann. Sie schützt das Laminat vor Feuchtigkeit, UV-Strahlen und anderen Umwelteinflüssen. Es gibt Deckschichtharze in weiß, farblos oder in einer beliebigen Buntfarbe. Ich verwende das EP- Deckschichtharz farblos und den Härter SF mit einer Verarbeitungszeit von 15 Minuten. Da die Deckschicht so etwas wie das Kleid des Teils ist, kann man deshalb dem Deckschichtharz Epoxydfarbe hinzufügen. Die Zugabemenge zum Harz beträgt 5% Gewichtsmenge. Allgemein herrscht vielleicht die Meinung vor, dass die Deckschicht bei Zugabe von Farbpasten die Härte verliert. Das ist nicht der Fall. Als erstes wird die Farbe mit dem Harz vermischt. Aus dieser Gewichtsmenge wird der Anteil des Härters bestimmt.
Füllstoffe und Zusätze (Optional)
Die Eigenschaften von Epoxydharzen können durch verschiedene Zusätze verbessert werden. Beim Mischen der Komponenten muss eine bestimmte Reihenfolge eingehalten werden. Füllstoffe, die keine chemischen Veränderungen bewirken, werden dem Harz-Härtergemisch zugesetzt. Dieses sind z.B. Glasschnitzel, Thixotropiermittel, Baumwollflocken und Metallpulver. Ebenso können Komponenten die Epoxydgruppen enthalten z.B. Epoxydfarbpasten, Reaktivverdünner in die Harzkomponente gemischt werden. Kleinere Mengen bis 500 Gramm sollten gründlich von Hand gerührt werden. Größere Mengen lassen sich nur noch mittels Mischpropeller und Bohrmaschine herstellen.
Dann wünsch ich euch noch viel Spaß mein Tüfteln (und probiert es erstmal an Kleinen teilen aus zur Übung). Jegliche Schäden, etc. gehen auf eure Verantwortung. Abschließend ist noch zu erwähnen das Polyesterharze, Härter, Trennmittel usw. nur in gut belüfteten Räumen verwendet werden dürfen!! Die Substanzen sind Reizend! (und das nicht wie eine hübsche junge Dame

)
By Oszillo